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Fit für Glaube und Sport

Veröffentlichung in "SaarSport" - Das Magazin des Landessportverbandes für das Saarland,

Ausgabe April 2006

Von Wolfgang Weber

Alexander Funk, 31, steht seit einem halben Jahr an der Spitze des DJK-Landesverbandes im Saarland. Und hat sich gut zurechtgefunden. Als Chef von mehr als 13 000 Mitgliedern verantwortet der junge Bexbacher Landtagsabgeordnete das Miteinander vom Kleinkind bis zur Oma in 38 starken Vereinen. Knapp die Hälfte aller DJK-´lerInnen sind jünger als 27 Jahre. Der Politiker mit Schwerpunkt Haushalt und Finanzen – er selbst war bei der DJK Bexbach als Jugendleiter aktiv – identifiziert sich klar mit seiner Aufgabe. „Sport ist bei uns kein Selbstzweck“, sagt Funk, betont die Orientierung an der Botschaft Jesu. Beim 96. Deutschen Katholikentag in Saarbrücken stehen der Präsident und seine DJK jetzt vor einer besonderen Herausforderung.

 

Gerade ist die Winterrunde der DJK-Kicker – der eigene Saarland-Pokal, ausgetragen für Minis- bis B-Jugend und Alte Herren – in St. Ingbert, Püttlingen und Bexbach – zu Ende gegangen, schon werden weitere Aktivitäten über die Angebote der Vereine hinaus geplant. Aus- und Fortbildung wird groß geschrieben. „Wir verstehen den Sport als Dienst am Menschen“, postuliert Funk. Es gehe um mehr als nur Rekorde, Siege und Meisterschaften. Den Menschen in seiner Ganzheit anzunehmen, heiße auch, seine Leiblichkeit zu sehen. Sport hat eine umfassende pädagogische Bedeutung – nicht nur in seinen „alten“ Tugenden wie Leistung und Disziplin. Aber Sport kann noch mehr – zu Partnerschaft, Solidarität und Toleranz erziehen.

 

Die Deutsche Jugendkraft – der etwas antiquiert klingende Name wurde 1920 gemäß dem Wort „Der Ruhm der Jugend ist ihre Kraft“ gewählt – hat im Saarland Gewicht. Die Vereine, zwar katholisch geprägt, nehmen aber in ökonomischer Offenheit jeden auf und geben dem Sport einen christlichen Input. Sie sind sehr leistungsfähig, sind z. B. wie die Handball-Frauen der DJK Marpingen, die jetzt mit einem neuen Maskottchen, einem Moskito, auf  Torejagd gehen. Oder die  DJK St.  Georg Oberthal, überaus erfolgreich im Handball. Vorsitzender Jürgen Boing nennt 24 Mannschaften; drei Jugendteams spielen in der Regionalliga: „Spieler von uns sind bereits zur Jugend-Nationalmannschaft eingeladen worden.“ Über das Kinderturnen – „Wir haben auch am LSVS-Projekt `Kids in Bewegung´ teilgenommen“ – werden die Kleinen auf das Ballspiel vorbereitet. Noch neu ist die Sparte Karate mit 50 Jugendlichen. 80 Mitglieder kamen gerade von einer Ski-Freizeit zurück; die nächsten Sommer-Ferienaktionen für Kinder werden schon vorbereitet.

 

Auch bei der DJK Bexbach ist immer etwas los. Auf der eigenen Anlage an der Bergehalde kicken Alt und Jung; nach dem Tennismatch lebt im Clubheim die Geselligkeit. Marc Weber, 15, zeigt im Jugendfußballteam gute Talente: „Ich bin gerne dabei, hier wird viel getan“, sagt der Gymnasiast. „Wir haben 14 Sparten“, managt die Vorsitzende Ursula Hager den Großverein DJK St. Ingbert in der Geschäftsstelle Kirchengasse. Alleine 1 600 Bürger treiben Turnsport; dort werden auch Senioren über das Turnerbund-Programm „Fit + vital älter werden“ von ausgebildeten Trainern betreut. Aber auch rund 1 000 Jugendliche sind sportlich infiziert.

 

Besonders das Engagement der Ehrenamtlichen fällt auf: Jahrelang beteiligte sich der DJK-Landesverband am Stand des Bistums Trier. Unter anderem fand eine Malaktion für SonderschülerInnen große Aufmerksamkeit. Einige der in Gruppenarbeit geschaffenen Bilder wurden unter dem Motto „Sport macht Spaß“ in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Saarbrücken ausgestellt.

 

In den Farben Rot-Gelb-Blau zeigt sich das Logo der DJK-Sportjugend und symbolisisiert damit die drei Säulen: Sport, Glaube

und Gemeinschaft. Jugendarbeit, das ist auch ein Auftrag für Präsident Funk: „Wir wollen mit jungen Menschen jeder Couleur ins Gespräch kommen“, sollen die DJK-Vereine auch eine Orientierungs- und Anlaufstelle sein. Und, da stimmt der Saarländer mit dem Präsidenten des DJK-Sportverbands, Volker Monnerjahn, überein: „Unsere Vereine sind dann erfolgreich, wenn sie den aus dem Glauben wachsenden Auftrag ernst nehmen.“ Für die Zukunft wird eine Schärfung des DJK-Profils nach außen angestrebt.

 

Noch in bester Erinnerung ist der Diözesan-Sporttag der DJK im letzten Sommer mit weit mehr als tausend Gästen in Püttlingen-Köllerbach. „Die DJK ist ein wichtiger Verband, da er die Sportler in Vereine und Kirche integriert“, hat der Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), Gerd Meyer, schon als Jugendlicher gute Erfahrungen gemacht. Damals kickte er bei der DJK Köllerbach, lernte Fairness und Kameradschaft kennen: „Das hat mich bis heute geprägt.“

 

Ins Leben gerufen wurde die DJK im Saarland schon 1956, agierte zunächst als eigenständige DJK-Kreisgemeinschaft Saar, argwöhnisch beobachtet von der Diözese Trier. Der schnelle Aufschwung führte zu 25 DJK-Vereinen, noch mit internem Spielbetrieb. Über eine vorläufige Vereinbarung zwischen der DJK-Hauptstelle Düsseldorf und dem Saarländischen Fußballverband (SFV) gelang die Befreiung aus dem Ghetto. Danach konnte jeder DJK-Verein unter seinem DJK-Namen in den SFV aufgenommen werden. 1958 erfolgte die Gründung zur DJK-Landesgemeinschaft. Erst 19 Jahre später entstand daraus der DJK-Landesverband Saar. dessen Mitbegründer und erster Präsident Pfarrer Karl-Heinz Pfeiffer (Bübingen) war. Bis 1999 hatte er dam Amt des Geistlichen Beirats inne; hier hat er sich insbesondere um die Gründung des Arbeitskreises „Kirche und Sport“ eingesetzt.

 

Bei Alexander Funk glüht derzeit zwischen Landtag und im heimischen Arbeitszimmer das Handy: Die Vorbereitungen auf den Katholikentag laufen auf Hochtouren. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Dort will sich die DJK als lebendige Gemeinschaft und wichtiger Partner der Kirche präsentieren.

 

WOLFGANG WEBER, April 2006