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Alexander
Funk, 31, steht seit einem halben Jahr an der Spitze des
DJK-Landesverbandes im Saarland. Und hat sich gut
zurechtgefunden. Als Chef von mehr als 13 000 Mitgliedern
verantwortet der junge Bexbacher Landtagsabgeordnete das
Miteinander vom Kleinkind bis zur Oma in 38 starken
Vereinen. Knapp die Hälfte aller DJK-´lerInnen sind jünger
als 27 Jahre. Der Politiker mit Schwerpunkt Haushalt und
Finanzen – er selbst war bei der DJK Bexbach als
Jugendleiter aktiv – identifiziert sich klar mit seiner
Aufgabe. „Sport ist bei uns kein Selbstzweck“, sagt Funk,
betont die Orientierung an der Botschaft Jesu. Beim 96.
Deutschen Katholikentag in Saarbrücken stehen
der Präsident und seine DJK jetzt vor einer besonderen
Herausforderung.
Gerade ist
die Winterrunde der DJK-Kicker – der eigene Saarland-Pokal,
ausgetragen für Minis- bis B-Jugend und Alte Herren – in St.
Ingbert, Püttlingen und Bexbach – zu Ende gegangen, schon
werden weitere Aktivitäten über die Angebote der Vereine
hinaus geplant. Aus- und Fortbildung wird groß geschrieben.
„Wir verstehen den Sport als Dienst am Menschen“, postuliert
Funk. Es gehe um mehr als nur Rekorde, Siege und
Meisterschaften. Den Menschen in seiner Ganzheit anzunehmen,
heiße auch, seine Leiblichkeit zu sehen. Sport hat eine
umfassende pädagogische Bedeutung – nicht nur in seinen
„alten“ Tugenden wie Leistung und Disziplin. Aber Sport kann
noch mehr – zu Partnerschaft, Solidarität und Toleranz
erziehen.
Die
Deutsche Jugendkraft – der etwas antiquiert klingende Name
wurde 1920 gemäß dem Wort „Der Ruhm der Jugend ist ihre
Kraft“ gewählt – hat im Saarland Gewicht. Die Vereine, zwar
katholisch geprägt, nehmen aber in ökonomischer Offenheit
jeden auf und geben dem Sport einen christlichen Input. Sie
sind sehr leistungsfähig, sind z. B. wie die Handball-Frauen
der DJK Marpingen, die jetzt mit einem neuen Maskottchen,
einem Moskito, auf Torejagd gehen. Oder die DJK St. Georg
Oberthal, überaus erfolgreich im Handball. Vorsitzender
Jürgen Boing nennt 24 Mannschaften; drei Jugendteams spielen
in der Regionalliga: „Spieler von uns sind bereits zur
Jugend-Nationalmannschaft eingeladen worden.“ Über das
Kinderturnen – „Wir haben auch am LSVS-Projekt `Kids in
Bewegung´ teilgenommen“ – werden die Kleinen auf das
Ballspiel vorbereitet. Noch neu ist die Sparte Karate mit 50
Jugendlichen. 80 Mitglieder kamen gerade von einer
Ski-Freizeit zurück; die nächsten Sommer-Ferienaktionen für
Kinder werden schon vorbereitet.
Auch bei
der DJK Bexbach ist immer etwas los. Auf der eigenen Anlage
an der Bergehalde kicken Alt und Jung; nach dem Tennismatch
lebt im Clubheim die Geselligkeit. Marc Weber, 15, zeigt im
Jugendfußballteam gute Talente: „Ich bin gerne dabei, hier
wird viel getan“, sagt der Gymnasiast. „Wir haben 14
Sparten“, managt die Vorsitzende Ursula Hager den Großverein
DJK St. Ingbert in der Geschäftsstelle Kirchengasse. Alleine
1 600 Bürger treiben Turnsport; dort werden auch Senioren
über das Turnerbund-Programm „Fit + vital älter werden“ von
ausgebildeten Trainern betreut. Aber auch rund 1 000
Jugendliche sind sportlich infiziert.
Besonders
das Engagement der Ehrenamtlichen fällt auf: Jahrelang
beteiligte sich der DJK-Landesverband am Stand des Bistums
Trier. Unter anderem fand eine Malaktion für
SonderschülerInnen große Aufmerksamkeit. Einige der in
Gruppenarbeit geschaffenen Bilder wurden unter dem Motto
„Sport macht Spaß“ in Zusammenarbeit mit der Katholischen
Erwachsenenbildung (KEB) in Saarbrücken ausgestellt.
In den
Farben Rot-Gelb-Blau zeigt sich das Logo der DJK-Sportjugend
und symbolisisiert damit die drei Säulen: Sport, Glaube
und
Gemeinschaft. Jugendarbeit, das ist auch ein Auftrag für
Präsident Funk: „Wir wollen mit jungen Menschen jeder
Couleur ins Gespräch kommen“, sollen die DJK-Vereine auch
eine Orientierungs- und Anlaufstelle sein. Und, da stimmt
der Saarländer mit dem Präsidenten des DJK-Sportverbands,
Volker Monnerjahn, überein: „Unsere Vereine sind dann
erfolgreich, wenn sie den aus dem Glauben wachsenden Auftrag
ernst nehmen.“ Für die Zukunft wird eine Schärfung des
DJK-Profils nach außen angestrebt.
Noch in
bester Erinnerung ist der Diözesan-Sporttag der DJK im
letzten Sommer mit weit mehr als tausend Gästen in
Püttlingen-Köllerbach. „Die DJK ist ein wichtiger Verband,
da er die Sportler in Vereine und Kirche integriert“, hat
der Präsident des Landessportverbandes für das Saarland
(LSVS), Gerd Meyer, schon als Jugendlicher gute Erfahrungen
gemacht. Damals kickte er bei der DJK Köllerbach, lernte
Fairness und Kameradschaft kennen: „Das hat mich bis heute
geprägt.“
Ins Leben
gerufen wurde die DJK im Saarland schon 1956, agierte
zunächst als eigenständige DJK-Kreisgemeinschaft Saar,
argwöhnisch beobachtet von der Diözese Trier. Der schnelle
Aufschwung führte zu 25 DJK-Vereinen, noch mit internem
Spielbetrieb. Über eine vorläufige Vereinbarung zwischen der
DJK-Hauptstelle Düsseldorf und dem Saarländischen
Fußballverband (SFV) gelang die Befreiung aus dem Ghetto.
Danach konnte jeder DJK-Verein unter seinem DJK-Namen in den
SFV aufgenommen werden. 1958 erfolgte die Gründung zur
DJK-Landesgemeinschaft. Erst 19 Jahre später entstand daraus
der DJK-Landesverband Saar. dessen Mitbegründer und erster
Präsident Pfarrer Karl-Heinz Pfeiffer (Bübingen) war. Bis
1999 hatte er dam Amt des Geistlichen Beirats inne; hier hat
er sich insbesondere um die Gründung des Arbeitskreises
„Kirche und Sport“ eingesetzt.
Bei
Alexander Funk glüht derzeit zwischen Landtag und im
heimischen Arbeitszimmer das Handy: Die Vorbereitungen auf
den Katholikentag laufen auf Hochtouren. Viel Zeit bleibt
nicht mehr. Dort will sich die DJK als lebendige
Gemeinschaft und wichtiger Partner der Kirche präsentieren.
WOLFGANG
WEBER, April 2006
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